Umzug 2.0 oder: alte Schätze heben oder: Mikrocomputer -3.0
Einige von euch wissen, dass ich gerade meinen/unseren Umzug vorbereite. Die ersten Kisten sind gefüllt, die Müllabfuhr wundert sich gerade über die 100Kilo schweren Tonnen.
Während der Räumarbeiten fiel mir ein Ordner aus dem Jahre 1984 (!), mit der Aufschrift “Mikrocomputer – Chancen für die Kommunikationsarbeit” (für die jüngeren Leser unter euch: so hiessen früher die Workstations; für die noch jüngeren: so hiessen früher die Notebooks; für die noch jüngeren: so hiessen früher die PDA´s bzw. Blackberrys), direkt auf die Füsse.
Darin enthalten sind wertvolle Dokumente der digitalen Steinzeit, Unterlagen eines Seminars des BDW (nicht BVDW!), dem deutschen Kommunikationsverband, der Mutter aller Werbeverbände.
Die Inhalte werde ich jetzt nach und nach genüsslich ausweiden, schon die Einleitung mit dem Titel “Fragestellungen zum Thema”, zeigt, dass sich nicht viel geändert hat in 23 Jahren:
“Meinungen zum Umgang mit Computern: Trübt den Blick, stört die Verdauung, verdirbt den Charakter, schwächt die Muskeln, befleckt den Teint, macht das Haar schütter, untergräbt den Mut, durchlöchert die Ausdauer, und verzehrt die untsterbliche Seele! Die Meinungen zum Microcomputer (Anm.: jetzt mit modernem “c” geschrieben) polarisieren sich: Gegner hier und Fans (besser Freaks und Hacker!) dort. Unbehagen auf der einen Seite und Begeisterung auf der anderen” (so Dr. Carlheinrich Heiland, damaliger BWL-Dozent an der Uni Hamburg) – vollkommen richtig, oder? Wie visionär!
Muss jetzt weiterblättern – ah da sind auch Bilder von “Homecomputern”, oh und da ein weiser Satz, ich zitiere:
“Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Textverarbeitungs-Software ist nur dann gesichert, wenn die Programmpakete eine entsprechende funktionale Breite besitzen”.
Bullshit-Bingo gab es wohl auch 1984 schon!
Heute heisst das:
“Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Social Communities ist nur dann gesichert, wenn die Web 2.0-Plattform eine entsprechende funktionale Breite besitzt.”
oder aber:
“Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Behavioral Targeting ist nur dann gesichert, wenn die ASP-Software eine entsprechende funktionale Breite besitzt.”
oder:
“Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Affiliate-Marketing ist nur dann gesichert, wenn der Affiliate-Manager eine entsprechende funktionale Breite besitzt.”
oder
“Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Suchmaschinen-Marketing ist nur dann gesichert, wenn die Keywords eine entsprechende funktionale Breite besitzen.”
Fortsetzung folgt – garantiert.
Am 7. Juni 2007 um 16:47 Uhr
Oder ist es die funktionale Breite in jedem von uns?
Immer wieder klasse, über Antiquitäten der digitalen Welt zu stolpern. Mir fiel letztens ein Fotomagazin mit einer Vorchau auf die ersten digitalen Spiegelreflexkameras für den Massenmarkt in die Hand. Technische Daten und vor allem die Preise kommen einem heute vor wie aus einer anderen Welt.
Du musst aus deinem Fund unbedingt eine kleine Serie machen, einfach immer mal wieder ein Zitat einstreuen – herrlich, ich freu mich drauf!
Und dann fällt mir wieder deine Visitenkartensammlung ein, die auch nach einer Serie schreit…
Am 7. Juni 2007 um 16:56 Uhr
Ja – der nächste Part ist in Vorbereitung: Zahlen und Fakten aus dem Jahr 84. Z.B. Preise für einen Plotter zwischen 3-5.000 DM!! Heute kostet son Farbdrucker 69EUR. Werde jetzt meine Position in Richtung digitaler Vergangenheitsbewältiger rausarbeiten..;-)
Am 7. Juni 2007 um 22:21 Uhr
[...] Wieder so eine Kellergeschichte. Mir sind meine alten Muster-CD-ROMs von Aral (1995-1999), z.B. Aral Städterouting Deutschland oder Aral Routenplaner D + E in oder Aral FührerscheinTrainer – sämtlichst in HKS 47 (Aral-Blau) – in die Finger geraten (Anm.: die habe ich damals betreut und vermarktet – über alle Aral-Tanken und MediaMarkt & Co.). Beim googeln danach, habe ich dann auch eine CD-ROM “Aral Routenplaner Deutschland” im Amazon Japan Store entdeckt. Version 1998. Ich werde, glaube ich, auch daraus eine Serie machen (nach Visitenkarten ab 1997, Mikrocomputer ab 1984, nun Aral Software 1995-1999) – Cool – so richtig in der Vergangenheit wühlen. Und auch da treibts einem echt die Lachtränen ins Gesicht: z. B. beim Cover Aral Allgemeinwissen und vor allem beim Aral FutureRacer (o.ä.), dem echten, ersten und einzigen Cyberspace-Spiel einer Tankstellenkette – gröhl – damals ein echter Verkaufshit. Auch das CD-ROM 1.0 – Zeitalter hatte seine Hits. So – kehre jetzt die restlichen Disketten und Floppys und 10kg schweren “Portablen” (Anm.: tragbare, besser: schleppbare, Mikrocomputer) zusammen: u.a. das Adventure-Game von ThyssenKrupp….später mehr – aus der nächsten Kiste. [...]
Am 12. Januar 2011 um 07:43 Uhr
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